Sind Casino-Gewinne in der Schweiz steuerfrei?
Seit der Steuerreform 2019 gilt: Gewinne aus Geldspielen bei einem Anbieter mit ESBK-Konzession sind bis zu einem Betrag von CHF 1 Million pro Gewinnereignis steuerfrei. Diese Freigrenze gilt für Gewinne bei konzessionierten Schweizer Online-Casinos ebenso wie bei landbasierten Spielbanken. Rechtsgrundlage ist Art. 24 lit. iter des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG); die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) veröffentlicht dazu weiterführende Informationen.
Die folgende Übersicht fasst die steuerliche Gleichbehandlung der beiden Spielformen zusammen:
| Kriterium | Online-Casino | Landbasierte Spielbank |
|---|---|---|
| Steuerliche Freigrenze | CHF 1 Million | CHF 1 Million |
| Rechtsgrundlage | Art. 24 lit. iter DBG | Art. 24 lit. iter DBG |
| Voraussetzung | Gültige ESBK-Konzession | Gültige ESBK-Konzession |
Ab wann muss man Casino-Gewinne versteuern?
Übersteigt ein einzelnes Gewinnereignis die Freigrenze von CHF 1 Million, gilt nur der übersteigende Betrag als steuerbares Einkommen — nicht der gesamte Gewinn. Wer regelmässig grössere Summen gewinnt, sollte diese Deklarationspflicht bei der eigenen Steuererklärung berücksichtigen und im Zweifel frühzeitig mit der zuständigen Steuerbehörde klären, wie der übersteigende Anteil korrekt auszuweisen ist.
Gilt die Steuerfreiheit auch für ausländische Casinos?
Die Steuerfreiheit knüpft ausschliesslich an Gewinne aus Geldspielen an, die dem Schweizer Geldspielgesetz unterstehen — also an Angebote mit gültiger ESBK-Konzession, unabhängig davon, ob online oder in einer landbasierten Spielbank gespielt wird. Gewinne aus Anbietern ohne Schweizer Lizenz unterliegen unter Umständen einer anderen steuerlichen Behandlung; im Zweifelsfall lohnt sich eine Rückfrage bei der zuständigen kantonalen Steuerbehörde oder der ESTV.
Warum liegt die Freigrenze gerade bei CHF 1 Million?
Die Grenze von CHF 1 Million pro Gewinnereignis wurde mit der Steuerreform 2019 eingeführt, um Geldspielgewinne steuerlich ähnlich zu behandeln wie andere Vermögenszuwächse, die in der Schweiz traditionell nicht der Einkommenssteuer unterliegen — etwa private Kapitalgewinne. Vor der Reform war die Rechtslage uneinheitlich zwischen den Kantonen geregelt, was zu erheblicher Rechtsunsicherheit für Spielerinnen und Spieler führte.
Die einheitliche Freigrenze schafft seit 2019 Klarheit für das gesamte Bundesgebiet, unabhängig davon, in welchem Kanton ein Gewinn erzielt oder deklariert wird. Für Spielerinnen und Spieler bedeutet das eine verlässliche Planungsgrundlage, da dieselbe Grenze von CHF 1 Million schweizweit gilt und nicht von kantonalen Sonderregeln abhängt — ein Punkt, der besonders bei einem Wohnortwechsel zwischen Kantonen praktische Bedeutung erlangt.
Was zählt als “ein Gewinnereignis”?
Massgeblich ist der einzelne Gewinn aus einer konkreten Spielrunde oder einem einzelnen Spielereignis — nicht die Summe aller Gewinne über einen längeren Zeitraum. Wer beispielsweise an einem Abend mehrere kleinere Gewinne erzielt, die jeweils einzeln unter der Freigrenze liegen, muss diese nicht zusammenrechnen, auch wenn die Gesamtsumme über CHF 1 Million läge.
Für die genaue Abgrenzung im Einzelfall — etwa bei Jackpot-Systemen mit mehreren Auszahlungsstufen — empfiehlt sich eine Rückfrage bei der zuständigen Steuerbehörde. Da die Bewertung stark vom Einzelfall abhängt, lohnt sich eine schriftliche Bestätigung, bevor die Steuererklärung eingereicht wird, insbesondere wenn eine Auszahlung technisch in mehrere Teilbeträge aufgeteilt oder zeitlich versetzt ausbezahlt wird.
Muss ein steuerfreier Gewinn trotzdem in der Steuererklärung erwähnt werden?
Auch ein nach Art. 24 lit. iter DBG steuerfreier Gewinn kann je nach kantonaler Praxis deklarationspflichtig sein, etwa zur Nachvollziehbarkeit der Vermögensentwicklung im Rahmen der Vermögenssteuer.
Diese Unterscheidung wird in der Praxis häufig übersehen und sollte im Zweifelsfall direkt mit der zuständigen kantonalen Steuerbehörde geklärt werden, bevor die jährliche Steuererklärung eingereicht wird. Wer unsicher ist, ob ein bestimmter Gewinn deklariert werden muss, sollte die Frage frühzeitig klären, um spätere Rückfragen der Steuerverwaltung sowie mögliche Nachzahlungen oder Verzugszinsen zu vermeiden.
Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an die ESTV oder Ihre kantonale Steuerbehörde.