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Glücksspielmarkt Schweiz — Statistiken & Quellen im Überblick

Woher kommen verlässliche Zahlen zum Schweizer Glücksspielmarkt?

Wer sich für Glücksspiel-Statistiken Schweiz interessiert, findet die verlässlichsten Primärquellen bei der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK), beim Bundesamt für Statistik sowie bei Sucht Schweiz, die regelmässig Zahlen zu Geld- und Glücksspielverhalten veröffentlicht. Ergänzend liefert der jährliche Bericht des Schweizer Casino Verbands konkrete Umsatzzahlen je lizenziertem Anbieter — die Grundlage für den folgenden Marktüberblick.

Die Spielbankenabgabe — eine Besonderheit des Schweizer Modells

Ein oft übersehener Fakt: Ein grosser Teil der Erträge aus der Spielbankenabgabe konzessionierter Schweizer Casinos fliesst in die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV). Das Schweizer Konzessionsmodell verknüpft damit legales Geldspiel direkt mit der Sozialversicherung — ein Konstruktionsmerkmal, das in kaum einem anderen europäischen Markt so existiert.

Der Online-Casino-Markt 2024 im Überblick

Nach dem Jahresbericht 2024/25 des Schweizer Casino Verbands erwirtschafteten die damals zehn lizenzierten Online-Casino-Betreiber der Schweiz zusammen einen Bruttospielertrag von CHF 309.9 Mio. — ein Wachstum von +8.5% gegenüber dem Vorjahr. Die Verteilung auf die einzelnen Anbieter war dabei alles andere als gleichmässig, wie die folgende Übersicht der neun seit dem 30. Juli 2025 aktiven Betreiber im Detail zeigt.

AnbieterBruttospielertrag 2024Wachstum
mycasino (Casino Luzern)CHF 98.4 Mio.
Swiss Casinos (Casino Pfäffikon)CHF 70.6 Mio.
jackpots.ch (Casino Baden)CHF 43.1 Mio.
Casino777 (Casino Davos)CHF 30.4 Mio.-2.7%
pasino (Casino Meyrin)CHF 22.4 Mio.+21.1%
starvegas (Casino Interlaken)CHF 15.5 Mio.-2.8%
7melons (Casino Bern)CHF 8.1 Mio.+24.4%
gamrfirst (Casino Montreux)CHF 7.3 Mio.+61.6%
swiss4win (Casinò Lugano)CHF 6.9 Mio.

Sortiert nach Bruttospielertrag 2024, absteigend. Die Marktsumme von CHF 309.9 Mio. (+8.5%) bezieht sich auf alle zehn im Berichtsjahr 2024 lizenzierten Anbieter inklusive GoldenGrand (Casino Basel); ein „–” markiert Anbieter, für die der Jahresbericht keine separate Wachstumsrate auswies.

Allein mycasino (Casino Luzern) vereinte mit CHF 98.4 Mio. rund 32% des gesamten Marktes auf sich, gefolgt von Swiss Casinos (Casino Pfäffikon) und jackpots.ch (Casino Baden). Am unteren Ende der Skala lag swiss4win (Casinò Lugano) mit CHF 6.9 Mio. — mehr als zehnmal kleiner als der Marktführer mycasino, obwohl beide unter derselben eidgenössischen Lizenzaufsicht stehen.

Wachstum ungleich verteilt

Während der Gesamtmarkt um +8.5% wuchs, streute die Entwicklung der einzelnen Anbieter erheblich: gamrfirst (Casino Montreux) verzeichnete mit +61.6% das mit Abstand stärkste Wachstum, gefolgt von pasino (Casino Meyrin, +21.1%) und 7melons (Casino Bern, +24.4%) — alle drei Werte liegen deutlich über dem Marktdurchschnitt, den die Wachstumsspalte der Tabelle oben im direkten Vergleich abbildet.

Zwei Anbieter — starvegas (Casino Interlaken, -2.8%) und Casino777 (Casino Davos, -2.7%) — verzeichneten dagegen einen leichten Rückgang, obwohl beide zu den umsatzstärkeren Betreibern im oberen Tabellendrittel zählen. Diese Streuung zeigt, dass Marktgrösse und Wachstumsdynamik in diesem Markt keineswegs zusammenfallen: Kleinere Anbieter wuchsen 2024 teils deutlich schneller als etablierte Marktführer.

Eine Marktveränderung nach Berichtsschluss

Der Jahresbericht 2024/25 zählte für das Berichtsjahr noch zehn lizenzierte Online-Casinos. Seit dem 30. Juli 2025 ist die tatsächliche Zahl auf neun gesunken: GoldenGrand, das Online-Angebot des Casino Basel (Airport Casino Basel AG), stellte den Betrieb ein — der Betreiber begründete diesen Schritt mit einer Neuausrichtung auf das physische Casino-Geschäft, nachdem die Online-Marketingkosten stärker gestiegen waren als geplant.

Dieser Fall zeigt exemplarisch, dass selbst ein amtlich lizenzierter Markt keine Bestandsgarantie für einzelne Anbieter bedeutet — die Konzession bleibt an die physische Spielbank gebunden, auch wenn ein Online-Angebot endet. Für Spielerinnen und Spieler mit bestehendem Guthaben bei einem eingestellten Anbieter gilt eine mehrjährige Übergangsfrist zur Auszahlung, bevor nicht abgerufene Beträge an die AHV fallen.

Was dieser Report (bewusst) nicht enthält

An dieser Stelle ist bewusst keine kantonale Aufschlüsselung der Spielerschutz- oder Suchtstatistiken aufgeführt: Belastbare Zahlen dazu entstehen erst, sobald sie direkt bei den zuständigen Primärquellen (ESBK, Bundesamt für Statistik, Sucht Schweiz) erhoben und mit Quellenangabe versehen sind — Schätzungen haben hier keinen Platz. Die genannten Umsatzzahlen stammen dagegen direkt aus dem zitierten Jahresbericht und sind entsprechend belastbar.

Häufige Fragen

Welche Behörde ist für die Regulierung und Erhebung von Glücksspielstatistiken zuständig?

Auf Bundesebene die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK); ergänzende Verhaltensdaten erhebt regelmässig Sucht Schweiz.

Wie hoch sind die Einnahmen aus der Spielbankenabgabe für die AHV?

Die konkrete Höhe schwankt jährlich und wird von der ESBK sowie im Bundeshaushalt ausgewiesen — für aktuelle Zahlen empfiehlt sich der direkte Blick in die jeweils neuesten ESBK-Veröffentlichungen.

Wie viele Personen in der Schweiz weisen ein problematisches Spielverhalten auf?

Repräsentative Erhebungen dazu veröffentlicht Sucht Schweiz im Rahmen ihrer Suchtmonitoring-Studien.

Wie viele Online-Casinos sind aktuell in der Schweiz lizenziert?

Aktuell neun. Der Jahresbericht 2024/25 des Schweizer Casino Verbands zählte für das Berichtsjahr noch zehn Anbieter; GoldenGrand (Casino Basel) stellte sein Online-Angebot am 30. Juli 2025 ein.

Welcher Anbieter hat den grössten Marktanteil am Schweizer Online-Casino-Markt?

mycasino (Casino Luzern) mit CHF 98.4 Mio. Bruttospielertrag 2024 — rund 32% des gesamten Marktes von CHF 309.9 Mio. Damit vereint mycasino allein mehr Umsatz auf sich als die vier kleinsten der neun aktuell lizenzierten Anbieter zusammen.

Welcher Anbieter wuchs 2024 prozentual am stärksten?

gamrfirst (Casino Montreux) mit +61.6% gegenüber dem Vorjahr — mit deutlichem Abstand das stärkste Wachstum unter allen damals zehn lizenzierten Anbietern, weit vor dem zweitplatzierten pasino mit +21.1%.